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NEIN zum WASSERSTAUPLAN
Der Hauptgrund liegt an der Stauung auf Höhe der Alten Mühle. Diese staut die Worble auf einer Länge von ca. 1,8 Kilometern zurück. Die Worble verläuft auf einem Damm entlang des Nordhangs vom Utzlenberg. Der tiefste Punkt des Tals ist jedoch der Mooskanal. Dadurch wird jeweils bereits bei kleinen Hochwassern eine grosse Fläche überflutet. Zudem ist der Abfluss durch Worble und Mooskanal seit langem zu niedrig, ca. 6-10 m3/Sekunde, der Kanal unter der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil (KADE) und heutigen Bernapark hat etwas mehr Kapazität, aber immer noch viel zu wenig... Die dadurch verursachten Überschwemmungen verursachten in der Vergangenheit immer wieder grosse Schäden an Kulturland, Kellern und Einstellhallen in Stettlen und Deisswil sowie in der Kartonfabrik Deisswil.
Er wird die bereits bestehenden Hochwasserprobleme weiter verschärfen.
Warum? Statt den bestehenden kantonalen Gewässerrichtplan umzusetzen werden Niederschlagsmengen 'berechnet' und ohne Einbezug des Geländes 'geplant' mit immer noch falschen, weil viel zu niedrigen Durchflussmengen...
Dabei besteht seit 1989 ein Messstation in Worblaufen/Ittigen. (hydrodaten.admin.ch/2500)
Diese ist Teil eines Landesweiten Netzwerkes von Messstellen welche an problematischen Gewässern die Abflusswerte messen. Die Messungen der Abflussmengen sind etliches genauer als die bis dato gemachten 'Berechnungen' der Niederschlagsmengen...
Es ist de facto ein Wasserstauplan, mit verheerenden Folgen. Die Stauung auf Höhe der Alten Mühle soll beibehalten werden... Zu den unnötigen Schäden und Gefahren für Anwohner kommt das Risiko hinzu, dass die wichtigen Subventionen von Bund und Kanton gestrichen werden...
Dies, weil der schweizweit vorgegebene Schutzstandart nicht annähernd erreicht wird...
Beim ersten Wasserstauplan September 2022 war mit einer Durchflussmenge von ca. 10 m3/Sekunde für das Umfliessungsgerinne in Deisswil geplant worden, mit offensichtlich falschen Berechnungen...
Wegen diesem Schwindel gingen auch mehr als 20 Einsprachen ein.
Inzwischen wurde neu berechnet, es wird nun ein höherer Zufluss von ca. 30 m3/Sekunde geboten, immer noch viel zu wenig. Bei der bisher grössten gemessenen Abflussmenge von 41m3 pro Sekunde im Jahr 2006 waren die gesamte Talsohle sowie etliche Keller und grosse Teile der Kartonfabrik Deisswil überflutet...
Im Kantonalen Gewässerrichtplan wird als Schutzstandard für intensiv bebaute und bewohnte Gebiete ein 'Jahrhunderthochwasser' (HQ100) angenommen, welches ohne grossen Schaden anzurichten abgeleitet werden sollte. Auf Höhe Deisswil ist dafür ein Gewässergerinne (Umfliessung KADE, heute Bernapark) mit einer Durchflussmenge von 54 m3/Sekunde berechnet und geplant worden. Der Plan existiert seit 2003, Details siehe unter ProjektSo sah es in der Wirklichkeit aus
Dräcksglungge Stettlen am 5/6.Juli 2006:
Die gesamte Talebene, über 24 Hektaren Kulturland, etliche Keller, Einstellhallen und Garagen sowie Teile der Kartonfabrik Deisswil wurden überschwemmt! Dies entspricht einer zurückgehaltenen Wassermenge von über 240'000 m3 (Kubikmetern)
Bei der Messstation in Ittigen wurde eine maximale Abflussmenge von 41 m3/Sekunde gemessen! (hydrodaten.admin.ch/2500)
Der Ferenbergbach füllte den Sammler mit Geschiebe und floss durch die Oberdorfstrasse sowie in angrenzende Quartiere
Abfluss in Ittigen gemessen: 8,41 m3/Sekunde
Wasser sprudelt nach dem Bruch der Betonplatte durch diese hinauf. Paletten mit Altpapier wurden auf die Schachtdeckel gestellt. Das Wasser bahnte sich trotzdem seinen Weg...
Abfluss in Ittigen gemessen: 8,41 m3/Sekunde
Der Worbledamm bricht und die Worble fliesst Richtung Mooskanal
Der Strudel ist vom Einfluss des Mooskanals in die Unterquerung der Worble
Abfluss in Ittigen gemessen: 8,81 m3/Sekunde
Die bis dato gemessenen Wassermengen sowie die Tabelle der geschätzten Wiederkehrwerte deutet auf eine Menge HQ 100 (Jahrhunderthochwasser) von mehr als 50m3/Sekunde hin...
Die ganze Talebene ist überflutet, vom Bahndamm bis südlich des Worbledamms, eine Fläche von über 24 Hektaren. Dies entspricht, bei einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1 Meter, einer Wassermenge von über 240'000 m3!
Wasserhöhe beim Schützenhaus ca. 1 Meter
In Ittigen gemessen: 8.41m3/Sekunde
Der maximale Wasserstand vom 8.8.2007 ist an den Schlammspuren auf dem Krautsaum und am Maisfeld im Hintergrund gut zu erkennen. (das Schlammwasser staute sich bis Höhe Spielfläche des Tennisplatzes)
Abfluss vom 8.8.2007 in Ittigen gemessen: 15,9 m3/Sekunde
Alte Eisenbahnbrücke 10.8.2007
Abfluss in Ittigen gemessen: 15,9 m3/Sekunde
Deshalb muss die Umfliessung unbedingt genügend gross dimensioniert werden!
Zur Erinnerung: HQ 100 gemäss kantonalem Gewässerrichtplan ist 54m3/Sekunde!
Originalplan von 2003 siehe Projekt
Link zu Übersichtsvideo:
https://www.youtube.com/channel/UCSfefPc-nBY7P5-sqUwr1Hg/videos
Der natürliche Rückhalt im Moos Stettlen, eine Fläche von ca. 24 Hektaren, wurde bereits mehrfach eingestaut. Dies entspricht, bei einer Vollstauung wie 2006, mit einer durchschnittlichen Wasserhöhe von 1 Meter, einem Volumen von ca. 240'000 m3.
Der Wasserrückstau der Worble und des Mühlekanals ist eine Folge der Stauung auf Höhe der Mühle / Stauwehr Deisswil und der Pritsche beim Inseli. Er reicht bis auf das Gebiet der Gemeinde Vechigen zurück. (Strecke von ca. 1,8 km) Bei grossen Abflussmengen fliesst die Worble zuerst dort über ins Land. Danach jedoch, in Folge des unter der KADE/Bernapark zu kleinen Kanals in die Gebäude... Die Überschwemmungen richteten jeweils doppelten Schaden an, zuerst im Stettlenmoos und angrenzenden Gebäuden, danach in der ehemaligen KADE...
Der Bernapark wurde bis dato von grösseren Überschwemmungen verschont... es gab die letzten Jahre keine ganz grossen Gewitter, es ist nur eine Frage der Zeit bis es wieder Überschwemmungen gibt wie in der KADE...
Bei der Messstation in Worblaufen/Ittigen wird seit 1989 der Wasserstand und Abfluss gemessen:
Volumenstrom in Kubikmeter pro Sekunde (m3/s)
Die Abflussmengen ( = Volumenstrom) sind in der Tabelle:
Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser) Worble - Ittigen
(Hydrodaten.admin.ch/2500) ersichtlich.
Eine Zusammenstellung davon:
Datum, Abfluss m3/Sekunde, Abstand Geschätzte Wiederkehrperiode
05.07.2006, 41m3/ Sekunde, alle 56 Jahre
29.07.1990, 29,9m3/Sekunde, alle 23 Jahre
14.08.2010, 23,6m3/Sekunde, alle 12 Jahre
29.05.2016, 22,5m3/Sekunde, alle 11 Jahre
13.07.2021, 21,4m3/Sekunde, alle 9 Jahre
08.06.1996, 20,1m3/Sekunde, alle 7 Jahre
29.07.2021, 16,9m3/Sekunde, alle 5 Jahre
29.01.2021, 10,5m3/Sekunde, alle 2 Jahre
Zuflüsse Worble
Wenn die Bahnhofstrasse erhöht wird um das natürliche Rückstauvolumen geringfügig zu vergrössern, fliesst das Wasser als nächstes in die Ringstrasse. Dazu kommt der Rückstau des Ferenbergbaches im Düker unter der Bahnlinie durch. Dadurch werden etliche Keller und Einstellhallen der Gebäude an der Bahnhofstrasse, im Baumgarten und im Flurweg mit 'eingestaut'. Dazu kommen die bereits bekannten Überschwemmungen vom Ferenbergbach.
Fazit:
Die Dammerhöhung Bahnhofstrasse ist der falsche Ort. Ein natürlicher Damm besteht seit jeher Höhe Ferenbergbach... gut ersichtlich im Gelände und auf den Höhenkarten/Messungen...
Grundwasserrückstau
Ein neues Problem ist die Spundwand zum Schutze des Bahndammes. Diese befindet sich im Grundwasserraum und greif somit in dessen Wasserstrom ein. Um die anderen Gebiete (Ringstrasse und anliegende) auch zu schützen müsste sie auf der ganzen Länge des Siedlungsgebietes gebaut werden!
Ein angeblicher Schutz von Deisswil durch Rückstau im Stettlenmoos wird beim ersten grossen und anhaltenden Gewitterregen zum Boomerang mit verheerendem Ergebnis! Der Rückhalt ist in wenigen Stunden vollständig gefüllt....
Danach fliesst das Wasser weiter talwärts, Richtung Deisswil, egal was im Weg steht.
Bittere Erfahrungen wurden in den 80-er Jahren in Boll gemacht. Im Quartier Rämelacker wurde unter anderem die Turnhalle Stämpach geflutet. In dieser war, zum grossen Glück einige Stunden nach der Flutung, eine Gemeindeversammlung geplant gewesen...
Die Turnhalle Stämpach hat eine Höhe von 5,7 Metern und ist ebenerdig versenkt. Sie hat keinen wassersicheren Notausgang. Das Schlammwasser in der Turnhalle stand auf einer Höhe von 4,7 Metern.... im schlimmsten Fall wären ertrunkene Personen die Folge gewesen...
Bilder zur Überflutung Stämpach siehe Galerie
Link zu Hydrodaten der Messstation Ittigen:
hydrodaten.admin.ch/de/2500.html
Link:
8347549c-f406-4e47-a206-84e69a257963
Häbets guet u blibet troche
Andreas Lehmann
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